Die Schafgarbe – eine vielfältige Nutzpflanze mit langer Tradition

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Die Wirkstoffe der Schafgarbe werden meist in Form von Tees zu sich genommen; mittlerweile gibt es allerdings auch Schafgarben Kapseln, die den Extrakt der Schafgarbe in konzentrierter Form bereitstellen.

Die Schafgarbe (lateinisch „Achillea millefolium“) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler („Asteraceae“), die in den gemäßigten Klimazonen Europas, Nordamerikas und Nordasiens heimisch ist. Sie ist eng mit der Kamille verwandt, die ebenfalls zur Familie der Korbblütler gehört. Die Schafgarbe ist bereits seit dem Altertum als Heilpflanze und Küchenkraut bekannt und geschätzt, entsprechend häufig wird sie sowohl in der alten als auch in der moderneren Literatur erwähnt. So deutet schon der Gattungsname „Achillea“ darauf hin, dass Achilles, der beinahe unverwundbare Held der antiken Griechen im Trojanischen Krieg, laut Homers mythologischem Epos „Ilias“, bereits im 13. Jahrhundert vor Christus mit dieser Pflanze die Wunden seiner Krieger behandelt haben soll. Auch im Mittelalter wurde die Schafgarbe zur Wundheilung verwendet, zum Beispiel von Hildegard von Bingen (1098-1179). In ihrer „Physica“ schreibt die Äbtissin: „Sie nimmt der Wunde das Eitern und geschwürig werden und heilt sie." Auch Johann Wolfgang von Goethe ließ in seinem "Götz von Berlichingen" die Beschwerden des verletzten Ritters mit der Schafgarbe heilen: „Sie stillt das Blut, gibt neue Kraft."

Namentliche Herkunft der Schafgarbe

Der wissenschaftliche Artname millefolium bedeutet „Tausendblatt“ und ist eine passende Beschreibung für die sehr fein zerteilten Blätter der Schafgarbe. Die deutsche Bezeichnung „Schafgarbe“ entstand vermutlich durch die Beobachtung, dass die Pflanze gerne von weidenden Schafen gefressen wird. So berichteten Hirten, dass insbesondere kranke Schafe größere Mengen der Pflanze verzehrten und danach wieder gesund wurden. Daher leitet sich wohl der zweite Teil des deutschen Namens, "Garbe", aus dem Althochdeutschen „Garwe" ab, was so viel wie „Gesundmachende" oder „Heilende" bedeutet. Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ist die Schafgarbe im Volksmund unter anderem auch durch folgende Namen bekannt: „Allheilkraut", „Frauenkraut", „Bauchwehkraut", „Achilleskraut“, „Blutstillkraut“, „Grundheil“ oder „Wundkraut".

Vorkommen und Merkmale der Schafgarbe

Die „Gemeine“ Schafgarbe ist die namensgebende Pflanze für die weltweit mehr als 140 meist schwer voneinander unterscheidbaren (Unter-) Arten der Gruppe Achillea millefolium agg.“ (botanisch steht „agg.“ für „Aggregat“). Allen Arten der Gruppe gemeinsam ist, dass es sich um ausdauernde, widerstandsfähige und krautige Pflanzen oder Halbsträucher handelt, die eine Wuchshöhe von sieben bis 100 Zentimetern erreichen. Die feinen Unterschiede des äußeren Erscheinungsbildes der Pflanzen, die von eher wissenschaftlichem Interesse sind, spielen jedoch keine bedeutende Rolle für die heilsamen Wirkungen der Schafgarbe. Daher wird im Folgenden wegen der Schwierigkeit der bestimmungsbiologischen Abgrenzung der (Unter-) Arten, auch in der arzneilichen Verwendung, nur die „Achillea millefolium-Gruppe als Ganzes behandelt, ohne auf die möglicherweise inhaltstofflichen Besonderheiten der einzelnen Subspezies näher einzugehen.

Erkennungsmerkmale der Schafgarbe

In Europa ist die Schafgarbe bis in Höhen von etwa 2000 Metern nahezu überall anzutreffen, lediglich im Mittelmeerraum findet man sie seltener. Als Standort bevorzugt die mehrjährige Wildpflanze Wiesen, (Schaf-)Weiden, Halbtrockenrasen, Acker- und Wegränder. Die Schafgarbe liebt es sonnig und trocken, kommt auch mit magerem Boden zurecht und widersteht Dürre, Hitze, Trockenheit und frostige Temperaturen. Nur feuchtsumpfige Standorte oder zu starke Düngung bekommen ihr nicht so gut. Als zähe Pionierpflanze erobert sie auch neue Lebensräume auf Schuttplätzen und Wegrändern. Sie gilt als Bodenfestiger und Nährstoffanzeiger, vor allem für stickstoffhaltige Böden. Die Schafgarbe bildet zur Blütezeit mehrere aufrechte, schwach behaarte Stängel mit 2- bis 3-fach gefiederten, frischgrünen, federartigen Blättern und Trugdolden am Ende. Die Pflanze bildet ein dünnes und waagerechtes Rhizom (= unterirdischer Erdspross mit verdicktem Spross-Schaft, der die Funktion von Wurzeln übernehmen kann) aus, das einige ober- und unterirdische Ausläufer bilden kann. Der doldenartige Gesamtblütenstand enthält zahlreiche korbförmige Teilblütenstände. In den Blütenkörben finden sich sogenannte Röhren- und Zungenblüten, die in der Wildform oberseits meist weiß sind. Nach der Bestäubung der Blüten durch Insekten reifen die Fruchtknoten zu länglichen, seitlich kurz geflügelten, bis 2 mm langen, silbergrauen bis gelblichen Früchten. Die Blütezeit reicht in den gemäßigten Klimazonen typischerweise von Mai bis August. Ein sicheres Erkennungsmerkmal der Schafgarbe ist, dass ihre Blätter beim Zerreiben zwischen den Fingern pfeffrig–würzig duften. Botanisch weniger erfahrene Beobachter können die Schafgarbe aufgrund der äußeren Ähnlichkeit der Pflanzen leicht mit der wilden Möhre („Daucus carota“) aus der Familie der Doldenblütler („Apiaceae“) verwechseln. Deren Blätter riechen beim Zerreiben allerdings ganz anders, nämlich eher nach Rüben oder Karotten.

Anbau der Schafgarbe

Schafgarben sind heute im Handel in den verschiedensten Blütenfarben erhältlich, von farblich gesprenkelt über rosa bis weinrot. Das Rhizom kann bis zu einem Meter lang werden und hat viele Ausläufer, aus denen sich junge Pflanzen entwickeln. Es ist möglich, die Schafgarbe selbst im kleinsten Kräutergarten und sogar auch in Töpfen oder Kübeln anzubauen. Die Vermehrung erfolgt sowohl über Samen als auch über die oben genannten Ausläufer. Im Handel und im Internet sind verschiedene Sorten im Form von Saatgut erhältlich (einfach nach „Samen Schafgarbe“ suchen). Wenn man besonderen Wert auf einen hohen Anteil an medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen legt, ist es empfehlenswert, die Sorte „Proa“ zu wählen. Eine detaillierte Anbauanleitung der Schafgarbe findet sich in einer Anleitung von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (pdf).

Abbildung: Anbauanleitung für die Schafgarbe
Abb.: Anbauanleitung für die Schafgarbe

Anwendung der Schafgarbe als Heilpflanze

Als Arzneidroge werden meist die oberirdischen, krautigen Teile der Gemeinen Schafgarbe, wie Stängel, Blätter und die Blüten (Schafgarbenkraut, lat. Millefolii herba; Schafgarbenblüte, lat. Millefolii flos), oder das durch Wasserdampf-destillation gewonnene ätherische Öl genutzt. In der pharmazeutischen Wortbedeutung „Arzneidroge“ werden Pflanzen, Pilze, Tiere oder Mikroorganismen bzw. Teile davon bezeichnet, die zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden. Sie sind gewöhnlich durch Trocknung haltbar gemacht, lediglich Drogen für homöopathische Zubereitungen werden fast immer frisch verwendet. Das Kraut kann als Aufguss oder als Frischpflanzenpresssaft verarbeitet werden. Wissenschaftlich belegt sind die folgenden Wirkungen von Zubereitungen aus Schafgarbenkraut:

  • gallenflussanregend (choleretisch)
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • zusammenziehend = blutstillend (adstringierend)
  • krampflösend (spasmolytisch).

Neuere biochemische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Schafgarbe darüber hinaus noch weitere interessante pharmakologische Wirkungen hat. Danach wirkt sie

  • blutdrucksenkend (antihypertensiv)
  • angstlösend (anxiolytisch)
  • magenschützend = beugt Magengeschwüren vor
  • zytotoxisch (hemmt das Wachstum von Tumorzellen)

Weiterführende Informationen zu den jeweiligen wissenschaftlichen Untersuchungen sind im Abschnitt „Wissenschaftliche Studien zur Schafgarbe“ zu finden.

Innerliche und äußerliche Anwendung der Schafgarbe

Volksheilkundlich oder „traditionell“ (das bedeutet von Generation zu Generation überliefertes Wissen) wird Schafgarbenkraut zur Anregung der Gallensaftproduktion sowie bei Blasen- und Nierenerkrankungen und bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Äußerlich werden Schafgarbenauszüge bei Entzündungen, Wunden, Hämorrhoiden und zur Minderung übermäßiger Schweißbildung verwendet. Oft ist eine Wirksamkeit bei den beschriebenen Erkrankungen inzwischen naturwissenschaftlich belegt, für manche Indikationen fehlt jedoch ein Nachweis. Wer die Schafgarbe als Heilpflanze verwenden will, kann entweder fertige Zubereitungen in der Apotheke oder im Internet erwerben. Auch selbst gezogene Pflanze lassen sich dazu nutzen.

Für die innere Anwendung

Das getrocknete Schafgarbenkraut (Blüten und Blätter) wird vorwiegend bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden (Völlegefühl, krampfartige Erscheinungen im Magen-Darm-Trakt, Blähungen), aber auch bei Schlaflosigkeit, Schwächezuständen oder bei Rückenschmerzen und Rheuma angewendet. Hier einige Zubereitungsmöglichkeiten: Weintinktur: 4 g (= 2 Teelöffel) des kleingeschnittenen Krautes zusammen mit 100 ml Weißwein fünf Tage lang ansetzen und anschließend durch einen Filter gießen. Ein Gläschen nach den Mahlzeiten oder bei Bedarf trinken. Tee: 2-4 g (=1 bis 2 Teelöffel) des feingeschnittenen Krautes mit 100 - 200 ml kochendem Wasser übergießen und mindestens 8 bis 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Danach durch einen Filter gießen und den fertigen Tee zwei- bis dreimal täglich oder bei Bedarf trinken.

Für die äußere Anwendung

Insbesondere zum Reinigen kleinerer Wunden der Haut und der äußeren Schleimhäute, z. B. mit getränkten Kompressen, aber auch für Mundspülungen oder Waschungen, stellt man einen höher konzentrierten Sud her. Sud: 8 g (= ca. 4 Teelöffel) des getrockneten Krautes auf 100 ml Wasser mehrere Stunden ziehen lassen und den Sud bei Wunden mind. 15 Minuten auf die betroffene Stelle einwirken lassen.

Sitzbad gegen Menstruationsbeschwerden

Bei Regelbeschwerden (Dysmenorrhö), die sich durch krampfartige Schmerzen im Unterleib äußern, sind oft entzündungsauslösende Stoffe beteiligt. Schafgarbenkraut besitzt nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften und kann die Bildung bestimmter Gewebshormone hemmen. Dazu gehören beispielsweise Prostaglandine, die bei übermäßiger Ausschüttung Entzündungen, Schmerzen und Krämpfe auslösen können. Genau hier greift die Schafgarbe ein. Ihre Inhaltsstoffe können dafür sorgen, dass die Bildung sogenannter „Entzündungsmediatoren“ (spezielle Moleküle des Körpers) gehemmt wird, die auch für die Hormonbildung benötigt werden. Dieser Mechanismus ist eine mögliche Erklärung dafür, warum Schafgarbe aktiv Krämpfen entgegenwirken kann, auch durch die Aufnahme der Wirkstoffe über die Schleimhäute. Zur Bekämpfung der Unterleibskrämpfe werden aus dem Schafgarbenkraut Sitzbäder bereitet. Setzen Sie hierzu zunächst 100 g des Krautes mit 2 Litern heißem Wasser auf und lassen die Mischung 20 Minuten lang ziehen. Sieben Sie das Kraut danach ab und geben Sie die Auszüge in ein Vollbad oder ein Sitzbad (20 Liter).

Inhaltsstoffe der Schafgarbe

Um die pharmakologischen Wirkungen der Schafgarbe verstehen zu können, müssen die Inhaltstoffe der Pflanze näher untersucht werden. Bis heute wurden in der Schafgarbe mehr als 80 pharmakologisch aktive Substanzen identifiziert. Zahlreiche dieser heilsamen Moleküle sind im ätherischen Öl der Pflanze gelöst, welches daher eine der Hauptzubereitungen von Schafgarbeninhaltsstoffen darstellt. Das Kraut enthält etwa 0,2 bis ein Prozent ätherisches Öl, das sich je nach Herkunft der Pflanzen sehr unterschiedlich zusammensetzen kann. Die Gewinnung des Öls (aus 600 kg Schafgarbe erhält man etwa 1 kg Öl) erfolgt durch Wasserdampfdestillation des blühenden Krauts.

Dabei wird heißer Wasserdampf in einen verschlossenen Brennkessel mit zerkleinertem Pflanzenmaterial eingeblasen, der das ätherische Öl aus der Pflanze extrahiert. In einem gekühlten Rohr kondensiert das Öl-Wasser-Gemisch und in einem Auffangbehälter wird schließlich das ätherische Öl vom Wasser getrennt. Das Öl besitzt eine tiefblaue Farbe, die durch die Substanz „Chamazulen“ hervorgerufen wird. Chamazulen bildet sich erst während der Wasserdampfdestillation aus dem Pflanzeninhaltsstoff „Matricin“. Der Trivialname Chamazulen ist ein zusammengesetztes Kunstwort aus Chamomilla, dem lateinischen Namen der Echten Kamille (aus der das Molekül erstmals synthetisiert wurde) und dem französischen Wort „azur“ für himmelblau. Es gibt einige Studien , die die Zusammensetzung und Wirkung des ätherischen Öls der Schafgarbe untersucht haben. Demnach hat das konzentrierte Öl folgende Eigenschaften:

  • antibakteriell und fungizid (bekämpft Bakterien und Pilze)
  • antioxidativ (= es werden sogenannte Radikale eingefangen, die potentiell krebserregend sind)
  • insektizid (tötet bestimmte Insekten)

Dafür verantwortlich sind eine oder mehrere chemische Substanzklassen oder Moleküle, die im ätherischen Öl oder in Pflanzenteilen der Schafgarbe in sehr variablen Mengen und Zusammensetzungen gefunden werden können. Nachfolgend wird für die wichtigsten Inhaltsstoffe die jeweilige wissenschaftlich belegte medizinische Wirkung beschrieben. Die Moleküle gehören alle zu den Substanzen, die als sogenannte „sekundäre Pflanzenstoffe“ bezeichnet werden. Sekundäre Pflanzenstoffe, die nur in speziellen Zelltypen synthetisiert werden, scheinen für das Wachstum und Überleben der Pflanzen nicht offensichtlich notwendig zu sein, im Gegensatz zu den „Primärmetaboliten“ wie zum Beispiel den Aminosäuren, Proteinen oder Kohlenhydraten.

Proazulene (Sesquiterpenlactone)

Proazulene finden sich in vielen Pflanzen, insbesondere kommen sie bei den Korbblütlern („Asteraceae) vor, zu denen auch die Schafgarbe zählt. Die vier Proazulene, die aus der Schafgarbe gewonnen werden können, zeigen unterschiedliche Wirkungen. Neben den entzündungshemmenden Eigenschaften ist besonders der bremsende Einfluss des Proazulens „Achillinin A“ auf das Wachstum von Tumorzellen von großem Interesse für die medizinische Forschung. Proazulene der Schafgarbe sind im Einzelnen:

  • Matricin (entzündungshemmend),
  • Achillicin (entzündungshemmend),
  • Achillin (Bitterstoff, bisher keine medizinische Aktivität belegt),
  • Achillinin A (zytotoxisch – gegen Krebszellen gerichtet)

Kampfer

Kampfer (wissenschaftlich Campher oder Camphora) ist eine chemische Verbindung, ein sogenanntes Monoterpen, und kommt neben der Schafgarbe auch in vielen anderen Pflanzen vor. In Laborversuchen konnte Kapfer eine krampflösende Wirkung nachgewiesen werden, weshalb die Substanz In geringen Mengen auch als krampflösender Wirkstoff in Medikamenten eingesetzt wird, zum Beispiel zur Behandlung von Muskelzerrungen.. Kampfer findet auch Anwendung in Mitteln gegen Rheuma oder Neuralgien, Erkältungen sowie in der Zahnmedizin zur Desinfektion von infizierten Wurzelkanälen. In der Bienenzucht wird Kampfer als von der EU zugelassener Wirkstoff gegen Milbenbefall genutzt. Auch sind einige Fälle der Verwendung von Kampfer als Rauschmittel bekannt: Die Wirkungen einer Inhalation zeigen sich in Lachanfällen, trotz Schmerzen in den Atemwegen. Das letzte Beispiel zeigt, dass die Substanz in größeren Mengen nicht ungefährlich ist. Sie wirkt auf das Zentrale Nervensystem und die Niere, in höheren Dosen auch auf das Atemzentrum. Kampfer kann auch Übelkeit, Angst, Atemnot und Aufgeregtheit auslösen. In Überdosis oral eingenommen kommt es zu Verwirrtheits- und Dämmerzuständen, Depersonalisation, extremen Déjà-vu-Erlebnissen, Panik und akuten tiefgreifenden Störungen des Kurzzeitgedächtnisses bis hin zu Amnesie und epileptischen Anfällen. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei circa 20 g.

Achillein

Achillein (Synonyme: Hydroxystachydrin, Betonicin) gehört zur Stoffgruppe der Pyrrolidin-Alkaloide. Die Substanz aus der Schafgarbe ist bisher vergleichsweise wenig untersucht und soll entzündungshemmende Eigenschaften haben.

Inhaltsstoffe der Schafgarbe
Abb.: Inhaltsstoffe der Schafgarbe

Flavonoide

Mit den sogenannten Flavonoiden kommen wir in unserem Leben, ohne es uns bewusst zu machen, ständig in Berührung. Sie sind für die Farbgebung der Pflanzen, so auch der Schafgarbe, verantwortlich und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen; ihre höchste Konzentration findet man daher in Blättern und Blüten. Nahezu alle Flavonoide haben eine gelbliche Färbung. Daher rührt auch ihr Name, der vom lateinischen Begriff „flavus“ = gelb abgeleitet wird. Inzwischen sind etwa 6.500 verschiedene Flavonoide bekannt, die abhängig von ihrer chemischen Grundstruktur in verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Flavonoide sind die am häufigsten vorkommenden Polyphenole (aromatische Verbindungen) in der Nahrung und finden sich auch in Obst und Gemüse wieder. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien zeigten sich positive Wirkungen der Flavonoide auf den menschlichen Organismus. So unterstützt ihr Verzehr den Organismus bei der Förderung körpereigener Abwehrmechanismen. Flavonoide sind sogenannte Antioxidantien und somit in der Lage, gefährliche "freie Radikale" (bestimmte Sauerstoffverbindungen) im Körper unschädlich zu machen. Aus diesem Grund wird ihnen eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Zusätzlich scheinen sie manchen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen zu können. Außerdem gibt es bei einigen Flavonoiden die Vermutung, dass sie antibakterielle Wirkungen haben.

Kaffeesäurederivate

Diese Substanzen, die ihren Namen aufgrund ihrer Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit dem Molekül der Kaffeesäure erhalten haben, gehören pharmakologisch zu den sogenannten Choleretika. Damit werden pflanzliche oder synthetische Arzneistoffe bezeichnet, die Leberzellen zur erhöhten Gallensekretion anregen. Eine verstärkte Gallensekretion kann Verdauungsbeschwerden oder Magenproblemen entgegen wirken.

Wirkungen und wissenschaftliche Studien zur Schafgarbe (Auswahl)

Die Schafgarbe hat in der traditionellen Heilkunde bereits seit Jahrhunderten ihren festen Platz. Etwa seit den 1950er Jahren versuchen Wissenschaftler mit modernen Methoden, die Heilkraft der Schafgarbe zu beweisen. Die Ergebnisse der inzwischen unübersichtlichen Zahl an wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Heilwirkung der Schafgarbe wurde von indischen Botanikern in englischer Sprache im Journal of Pharmaceutical Sciences Review and Research (pdf) zusammengefasst.

Studien zum Schutz des Magens und der Blutgefäße

Das ätherische Öl der Schafgabe kann ebenso wie ein wässriger Extrakt des Pflanzensaftes den Magen schützen. Und dies geschieht laut einer interessanten Untersuchung aufgrund der Wirkung gegen das Bakterium „Helicobacter pylori“, das sich durch eine Infektion im Magen ansiedeln kann. Dieses Bakterium ist nachgewiesenermaßen verantwortlich für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkrebs. Nicht nur der Magen profitiert von der Heilwirkung der Schafgarbe – auch die notwendige Durchlässigkeit und Flexibilität von Blutgefäßen wird insbesondere durch Flavonoide und Kaffeesäurederivate der Schafgarbe positiv beeinflusst . Bedeutend für die günstige Wirkung der Schafgarbe auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist auch ihre Eigenschaft, den Blutdruck zu senken.

Studien zur angstlösenden Wirkung

In einem Experiment mit Mäusen konnten Wissenschaftler zeigen, dass ein alkoholischer Extrakt der Schafgarbe der Pflanze angstlösende Eigenschaften hat, die vergleichbar mit dem Wirkstoff Diazepam sind. Diazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und wird insbesondere als Psychopharmakon zur Behandlung von Angstzuständen, in der Therapie epileptischer Anfälle und als Schlafmittel angewendet. Da es bei einer Langzeittherapie mit Diazepam zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen kann, wird der Wirkstoff vorrangig in der Akuttherapie – das heißt nicht länger als vier bis sechs Wochen – eingesetzt. Interessant ist, dass der alkoholische Extrakt der Schafgarbe zwar die gleiche beruhigende Wirkung wie Diazepam hat, aber auch nach längerer Gabe keine Symptome einer Abhängigkeit beobachtet werden konnten.

Studien zur krebsvorbeugenden Wirkung

Angesichts der heutzutage immer noch sehr hohen Rate an Krebserkrankungen gilt der möglicherweise krebsvorbeugenden Wirkung der Schafgarbe eine besondere Aufmerksamkeit. Es konnte in Untersuchungen gezeigt werden, dass Inhaltsstoffe der Schafgarbe wachstumshemmend auf menschliche Tumorzellen wirken können. Darüber hinaus sind mehrere Inhaltsstoffe der Pflanze sogenannte Antioxidantien. Antioxidantien oder auch Radikalfänger binden im menschlichen Körper freie Radikale und können sie somit unschädlich machen. Freie Radikale sind instabile hochreaktive Atome oder Verbindungen, die bevorzugt mit den großen organischen Molekülen der Zelle reagieren, um diese funktionslos zu machen. Das gemeinsame Charakteristikum aller freien Radikale ist, dass sie ein einzelnes Elektron zu viel besitzen oder dass ihnen ein Elektron fehlt. Mit aller Macht versuchen freie Radikale das überzählige Elektron los zu werden oder eins einzufangen, denn nur eine gerade Anzahl von Elektronen verspricht einen stabilen Zustand. Ein einsames Elektron ohne Partner bedeutet hohe Reaktionsbereitschaft und ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Molekülen. Freie Radikale entstehen bei Stoffwechselabläufen im Körper, aber auch bei zu langen Aufenthalten in der Sonne, durch Umweltgifte, Nikotin und Stress. Sie gelten als Gefäß- und Zell-Zerstörer. Sie gehören zu den Hauptverdächtigen, wenn es um die Entstehung von Krebs und ganz allgemein um das Altern des Körpers geht.

Trifft ein freies Radikal daher auf eine organische Verbindung (z. B. eine ungesättigte Fettsäure), so wird es versuchen, sein einsames Elektron zu komplettieren oder abzustoßen. Der unvollständige, ungerade Elektronenzustand des freien Radikals wird auf die ungesättigte Fettsäure übertragen. Die ungesättigte Fettsäure wird selbst zum freien Radikal. Die Aufgabe, z. B. als Baustein der Zellmembran für einen stabilen Schutz nach außen zu wirken, kann die ungesättigte Fettsäure jetzt nicht mehr erfüllen. Die ungesättigte Fettsäure versucht jetzt ihrerseits, das Elektron weiterzureichen, um wieder in einen stabilen Zustand überzugehen. So kommt eine richtige Kettenreaktion in Gang. Erst die Anwesenheit eines Antioxidans stoppt die Kettenreaktion. Es hält das ungeliebte Elektron fest. Antioxidantien verändern sich dadurch zwar selbst und werden zerstört, aber entscheidend ist, dass jetzt wichtige organische Verbindungen der Zelle vor weiterer Zerstörung bewahrt werden. Radikalfänger werden also dringend von den Zellen benötigt und müssen allgegenwärtig sein, um plötzlich auftretende aggressive Radikale einzufangen und zu neutralisieren.

Studien zur Verdauungsförderung

Ein im Volksmund gebräuchlicher Name für die Schafgarbe lautet "Bauchwehkraut". Heute ist bekannt, dass einige Inhaltsstoffe der Schafgarbe insbesondere die Tätigkeit der Galle, aber auch der Leber, des Magens und Bauchspeicheldrüse anregen, so dass sie die Verdauung fördern und Bauchschmerzen oder Blähungen verschwinden lassen können. In einer österreichischen Studie konnte gezeigt werden, welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind.

Studien zur Wundheilung, Entzündungshemmung und zur antibakteriellen Wirkung

Die wohl meisten Untersuchungen beschäftigen sich mit den positiven Wirkungen der Schafgarbe rund um das Thema Wundheilung, Entzündungshemmung und Abwehr von Bakterien. Dazu wurde das ätherische Öl untersucht, aber auch einzelne Inhaltsstoffe. Nachfolgend eine Auswahl der interessantesten Veröffentlichungen:

Nebenwirkungen der Schafgarbe

Menschen mit empfindlicher Haut sollten vorsichtig sein, wenn sie die Schafgarbe pflücken, denn der frische Pflanzensaft kann Hautreizungen auslösen. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler darf die Schafgarbe nicht verwendet werden.

Nach der Verwendung von Schafgarbenöl kann die Haut empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung reagieren. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen.

Schwangere und Mütter während der Stillzeit sollten ihren Arzt oder Apotheker fragen, ob und in welcher Form sie die Pflanze verwenden dürfen. Insbesondere beim Öl ist Vorsicht geboten, da es eine Wehen fördernde Wirkung hat!

Schafgarbe – Beispiele für fertige Produkte und Anwendungen

Im Fachhandel und im Internet gibt es zahlreiche Fertigprodukte, die zur äußeren oder inneren Anwendung geeignet sind. Empfehlenswert ist es, auf Bioprodukte zurückzugreifen, da sie von kontrolliert angebauten und schadstofffreien Pflanzen stammen. Einige Produktbeispiele werde hier kurz vorgestellt:

Tee aus Schafgarbenkraut

Tee aus der Schafgarbe ist von heller, leicht gelblicher Farbe. Für die Zubereitung sollte man 1 – 2 Teelöffel des feingeschnittenen Krautes mit 100 bis 200 ml kochendem Wasser übergießen und mindestens 8 bis 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Danach durch einen Filter gießen und den fertigen Tee zwei- bis dreimal täglich oder bei Bedarf trinken. Schafgarben-Tee passt auch gut in verschiedenste Kräuterteemischungen. Sehr empfehlenswert ist eine Mischung mit Pfefferminze und Holunderblüten. Der Tee ist aromatisch, etwas süßlich und eine erfrischende Abwechslung an frühsommerlichen Tagen.

Bad Heilbrunner Rotklee Wechseljahre Tee, 8 Stück, etwa 6 Euro

Kapseln mit Schafgarbenextrakt

Schafgarben-Kapseln enthalten 350 oder 400 mg eines Trockenextrakts aus den Blättern und Blüten der Schafgarbe in einer Hartgelatinekapsel. Die übliche Verzehrempfehlung beträgt 3 x 1 Kapsel täglich

Bios Schafgarben Kapseln, 100 Stück, etwa 21 Euro

Natürlich gepresster Pflanzensaft der Schafgarbe

Schafgarben-Saft, 200 ml

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Schoenenberger Schafgarben-Pflanzensaft, 200 ml

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100 ml enthalten 100 ml reinen Press-Saft aus frischem Schafgarbenkraut. Aufgrund der choleretischen Wirkung der Schafgarbe, d. h. durch die Anregung der Produktion von Gallensaft, können mit Schafgarbensaft Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Verstimmungen schonend beeinflusst werden. Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre drei mal täglich 5 ml Press-Saft vor den Mahlzeiten unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit ein.

Schafgarbensaft 200ml, etwa 6 Euro
Schoenenberger Schafgarben-Pflanzensaft, 200ml, etwa 9 Euro

Ätherisches Öl der Schafgarbe

Zum Trinken zwei- bis dreimal täglich maximal 5 bis 8 Tropfen Öl mit einem Teelöffel Honig vermischt in eine Tasse lauwarmes Wasser oder Tee geben. Für Kompressen oder Waschungen eine Lösung mit maximal 20 Tropfen in einem Glas mit abgekochtem Wasser ansetzen. Für Inhalationen zwei bis drei mal täglich 10 bis 15 Tropfen des Öls in einem Gefäß mit kochendem Wasser vermischen und 10 bis 15 Minuten einatmen.

Schafgarbe Chamazulen (Blau), 100% reines, ätherisches Öl, 10ml, etwa 16 Euro

Hinweis:
schafgarbe.eu

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